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Verein |
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Wer wir sind |
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Wer wir sind-
Was wir wollen-
Was wir brauchen!
Wir sind ein Verein mit ca. 50 Mitgliedern, der seit 1999 mit Erfolg in Wieda die Nachzucht der alten Harzer Rinderrasse Rotes Höhenvieh betreibt. Es ist die Rasse, die früher in jedem Harzer Dorf gehalten wurde, die aber jetzt vom Aussterben bedroht ist.
Es gibt nur noch 300 Tiere, die im Herdbuch eingetragen sind. Unsere gehören dazu. Diese Rasse ist glücklicherweise vergessen worden, als die Experten begannen die „Turbokuh“ mit übergrossen Milch- und Fleischleistungen zu züchten. Wohin das führte, haben wir in den letzten Jahren gesehen. Heute dient diese Rasse als Zuchtreserve, wenn die Verbraucher bereit sind gesunde Nahrung zu kaufen. Zurzeit haben wie 10 Tiere, unser Ziel sind ca. 20 Tiere.
Wir wollen mit diesen Tieren Landschaftspflege betreiben, das heisst, wir weiden die Wiesen rund um Wieda ab, um somit die fortgeschrittene Verbuschung der Wiesen zu stoppen und den ursprünglichen Zustand einer Bergwiese mit seiner Blumevielfalt wider herzustellen. Man kann es schon sehen.
Mit dem alljährlichen Weideauftrieb leisten wir auch einen Beitrag für den Tourismus in Wieda, was sich in den steigenden Besucherzahlen abzeichnet und somit den Bekanntheitsgrad unseres Ortes fördert.
Wir brauchen dazu einen Unterstand, der uns jetzt genehmigt wurde. Darin sollen die Tiere überwintern und das Winterfutter gelagert werden. Dass es möglich ist, haben wir bewiesen.
Die Kosten dafür betragen ca. 35.000 DM was unsere finanziellen Rücklagen übersteigt. Natürlich werden wir durch körperliche Eigenleistung die kosten senken.
Wir bitten Sie als Bürgerinnen und Bürger von Wieda um Unterstützung in Form einer Geldspende. Es wird eine Spendenquittung für das Finanzamt ausgestellt. Es kann auch in Form eines „Bausteines“ gespendet werden. Das bedeutet, dass Ihnen der Betrag ab dem Jahr 2005 zurückgezahlt wird. In diesem Fall bekommen Sie eine Urkunde.
Bitte helfen Sie uns, damit Wieda weiter liebenswert bleibt.
Danke! |
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Unser Harzer Rotvieh in Wieda |
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Unser Harzer Rotvieh in Wieda
Eigentlich muss es „Harzer Rotes Höhenvieh“ heissen, die korrekte Bezeichnung für die Rinder, die bis in die 60er Jahre in jedem Dorf des Harzes zu Hause waren.
Durch ihre geringe Körpergrösse, ihre Trittsicherheit, ihre gute Marschfähigkeit war es die Rasse, die das oftmals harte und karge Futter auf den steilen Hängen der Berge und Wälder in gute Milch- und Fleischqualität umwandelte.
Durch dieses tägliche Training ist das Fleisch gut marmoriert und durch die vielen Wiesenkräuter, die die Tiere fressen, sehr wohlschmeckend. Die Kennzeichen des Roten Höhenviehs sind eine mittlere Grösse bei guter Bemuskelung. Das Haar ist einfarbig rotbraun. Sie besitzen ein helles Flotzmaul, die weisse Schwanzquaste ist von rotbraunen Haaren ummantelt. Die Hörner sind hell mit dunkler Spitze.
Das Gras auf den Wiesen wurde nämlich als Heu für die Fütterung im Winter benötigt, deshalb wurden die Tiere ab dem 15. Mai durch den Hirten in den Wald getrieben um dort ihr Futter zu finden. Das Waldweiderecht der Weidegenossenschaft Wieda erstreckte sich bis zum Ort Hohegeiss, ca. 10 km von hier. Diesen Weg mussten die Kühe täglich hin und zurück bewältigen. Auch wurden sie als Zugtiere vor den Wagen gespannt. Durch Kreuzung versuchte man die Fleisch- und Milchleistung zu verbessern, was aber nicht den erwünschten Erfolg brachte. So wurde der Bestand an Rotem Höhenvieh aufgegeben. Heute gilt das Rote Höhenvieh alten Stils als ausgestorben, ist aber in Prozentanteilen bei ca. 240 Tieren noch vorhanden.
Durch gezielte Kreuzung will der „Verein zur Einführung und Erhaltung des Harzer Höhenvieh e.V.“ zum Bestand dieser alten Rasse beitragen. Da diese Rasse noch sehr natürlich ist, soll sie auch als Genreserve dienen.
Zum anderen ist es das Ziel des Vereins die Wiesen in und um Wieda durch extensive Beweidung vor Bebuschung zu schützen, sie damit in den ursprünglichen Zustand zu versetzen und damit die Artenvielfalt der Wiedaer Bergwiesen zu fördern. Unser Vorhaben stösst auf grosses Interesse in der Wiedaer Bevölkerung und auch der zahlreichen Gäste des Ortes.
Wir besitzen jetzt 15 Rinder, von denen 13 trächtig sind, so dass ab Mai 2011 18 Tiere auf der Weide stehen. 10 Tiere werden verkauft.
Unsere Tiere werden in der „Mutterkuhhaltung“ gehalten; d.h. die Kälber bleiben bei der Mutter solange sie es duldet. Sie brauchen also nicht gemolken zu werden. Es wird auch kein Kraftfutter gefüttert. Das vorhandene Rauhfutter reicht den Tieren aus.
Als Winterunterkunft dient ein offener Unterstand, indem das Stroh gelagert wird und der den Tieren als Schutz dient. Ansonsten haben die Tiere freien Auslauf, was ihrer Natur entgegen kommt.
Mit einem freundlichem Muuuh. |
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Der Weideauftrieb |
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Der Weideauftrieb in Wieda
Eine Veranstaltung mit viel Tradition
Der Weideaustrieb ist eine alte Harzer Tradition, die seit einigen Jahren in Wieda neu durchgeführt wird. Bis in die 50erJahre wurden in Wieda, wie auch in anderen Harzorten, die Kühe des Dorfes, natürlich Harzer Kühe – im Frühjahr auf die Weide getrieben, Es war damals für die Bevölkerung das erste Fest das Jahres, auf das sich Gross und Klein schon lange freuten. Die Kinder fertigten Peitschen aus Stöcken und Schnüren an und übten schon fleissig das „Peitschenknallen“. Fachmännische Ratschläge wurden untereinander ausgetauscht, wie man den lautesten Knall erzeugt. Dann war es endlich soweit: Die Tiere, die den ganzen langen Winter im Stall standen wurden mit der Glocke des Hauses geschmückt und auf die Strasse geführt. Vorher hatte der Hirte mit seinem Horn schon das Signal geblasen. Endlich konnten die Tiere freu laufen. Mit grotesken Sprüngen zeigten sie ihre Freude. Mit den Anderen Kühen wurde schon mal geprüft, wer stärker ist. So mancher Holzstapel, die vor den Häusern aufgestapelt waren, wurde dabei umgestossen. In Wieda war die traditionelle Wiese für diesen Tag im Herrenwiesental. Dorthin folgten die Bewohner der Herde. Ein Bierfass, natürlich voll, wurde für die Männer auf einem Karren mitgeführt. Natürlich auch feste Nahrung in Form von Brot und Würsten. Für die Kinder gab es rote und grüne Brause. Die Kämpfer zwischen den Tieren dauerten den ganzen Tag über, bis feststand, welche Kuh in der Herde das Sagen hatte. Manchmal setzten sich die Kämpfe auch bei den Besitzern der Tiere durch reichlich Biergenuss hervorgerufen, fort. Die Freunde und Geselligkeit überwag aber, sodass es immer ein harmonisches Fest wurde. Heute setzt der Verein „Harzer Rotes Höhenvieh in Wieda“ diese Tradition fort. Am Pfingstmontag, dem 20. Mai 2002 um 11.30 Uhr geht es los. Vor der Kurverwaltung in der Ortsmitte wird dem Hirten, Paul Dittmer, vom Wiedaer Kurdirektor, Uwe Werner, das Hütegeld für diesen Tag ausgezahlt und ihm viel Erfolg gewünscht. Im letzten Jahr betrug die Summe 12 Groschen und 7 Pfennige. Man dar gespannt sein ob es in diesem Jahr eine „Lohnerhöhung“ geben wird. Mit dem Wiedaer Harzklub, den Klosterspatzen aus Walkenried, vielen Hirten aus anderen Harzdörfern und natürlich vielen einheimischen und auswärtigen Freunden des Harzer Roten Höhenviehs zieht die geschmückte Herde auf die Wiese am Kuckuck. Bei Musik, Speisen und Getränken wird ein typisches Harzer Fest gefeiert.
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Landschaftspflege |
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Landschaftspflege mit dem Roten Höhenvieh
Im Zuge der Entwicklung in unserer Landwirtschaft sind in den letzten Jahren sehr viele Flächen aus der Nutzung herausgenommen worden. Auch in Zukunft wird dieser Trend noch anhalten.
Für die Pflege dieser meist ungünstigen Standorte im Rahmen einer extensivierten Tierhaltung ist das Rote Höhenvieh bestens geeignet. Schliesslich bewährte es sich auch in der kleinbäuerlichen Wirtschaftsweise der 50er und 6er Jahre, die mit den Bedingungen der Landschaftspflege in unserer heutigen Situation gut vergleichbar ist. Dabei ist es nicht entscheidend, ob dies im Rahmen einer Milchkuhhaltung oder mit Mutterkühen geschieht.
Die Intensität der Landbewirtschaftung ist es, die bestimmt, welche Rasse hier erfolgreich eingesetzt werden kann.
Die Zucht des Roten Höhenviehs ist ein wichtiges Anliegen in der Tierzucht. Sie leistet einen Betrag zur Erhaltung der genetischen Vielfalt.
Schon seit Jahren fordern Tierzuchtwissenschaftler, diesem Aspekt mehr Rechnung zu tragen.
Mit dem Roten Höhenvieh wird eine alte bodenständige Rasse nicht zuletzt auch als ein Stück bäuerlicher Kultur der Nachwelt erhalten.
Das heutige Rote Höhenvieh, entstanden aus den vor 10 Jahren noch vorhandenen Restpopulationen des Mitteldeutschen Rotviehs, vorwiegend der Tiere des Vogelsberger Schlages, bietet durch seine Genügsamkeit und seine Widerstandsfähigkeit eine ideale Möglichkeiten der Grünlandverwertung.
Kräftiges Fundament und harte Klauen ermöglichen problemlose Haltung auf Grenzstandorten bis in extreme Lagen. Neben der guten Konstitution zeichnet sich das Rote Höhenvieh durch seine besondere Leichtkalbigkeit aus.
Die hohe Fruchtbarkeit und eine ausgesprochene Langlebigkeit sind weitere Merkmale der Rasse.
Eine gute Milchleistung, die auf der Basis wirtschaftseigenen Futters erzielt werden kann, ist ein weiterer Pluspunkt des Roten Höhenviehs.
Rotes Höhenvieh
In der Milchkuhhaltung:
Genetisch angepasste Leistung, gerade in extensiv wirtschaftenden Betrieben mit grundfutterintensiver Fütterung.
- Hoher Gehalt an Inhaltsstoffen
- Gesunde, problemlose Kühe
In der Mutterkuhhaltung:
- Vitale Kälber
- Hohe Zunahmen der Saugkälber
- Gute Fleischqualität
- Genügsame Kühe
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Leserbrief |
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„Lieber artgerecht halten“
Zur Diskussion um Fleisch-Skandale
Unsere Nahrungsmittel kommen ganzjährig aus der ganzen Welt, wir können bedenkenlos konsumieren – wären da nicht die bösen Mensch, denen der Gewinn über alles geht. Da werden in der Tierzucht Mastbeschleuniger eingesetzt, wird mit Spritzen nachgeholfen. Das alles hielt sich aber noch in Grenzen, bis einige zur Profitsteigerung auf die Idee kamen, die Wiederkäuer, also Grasfresser, mit Tiermehl zu füttern. Heute kennt jeder die Buchstaben „BSE“. Das war der grösste Skandal. Wie viele kleinere es schon vorher gab, wissen wir nicht. Allein in diesem Jahr gab es schon drei so genannte Fleischskandale. Abgelaufenes Fleisch wurde umetikettiert, Schlachtabfälle wurden als Nahrungsmittel verarbeitet und gegessen. Die Verkäuferin im Supermarkt kann man schon fragen, woher das Fleisch stammt, sie wird es aber nicht wissen. Kann sie auch nicht, bei den Mengen, die durch die Zentrale eingekauft, quer durch das Land gekarrt und dort verkauft werden, wo, trotz Sonderangebot, die höchste Rendite zu erwarten ist. Dabei sollte gerade bei Lebensmitteln zwischen Verkäufern und Kunden ein besonderes Vertrauensverhältnis bestehen, so wie bei dem Schlachterladen auf dem Dorf.
Aber auch auf die Rasse kommt es an. Tiere, die auf „Milch oder Fleisch“ gezüchtet werde, leiden an anderen Stellen. Gesund ist das natürliche Mittelmass, so wie bei unserem Harzer Roten Höhenvieh. Tiere, die sich auf der Weide wohl fühlen, die ihren Bewegungsdrang ausleben können. Die durch die Wiesenkräuter, die sie fressen, ein besonderes, geschmackvolles Fleisch entwickeln, das gut durchwachsen ist. Das ist das Hauptziel des Vereins zur Einführung und Erhaltung des Harzer Roten Höhenviehs in Wieda.
Siegfried Gorlt
1. Vorsitzender
Harzer Rotes Höhenvieh
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